Kalte Schlangen im Himmelsbüro

(jm) Hört hört,  es gibt ein neues Haus. Und weil Dörfer gerne prunken, wird es trotz bescheidener Etagenzahl als Hochhaus gefeiert und Himmelsbüro getauft, pardon, Sky Office; woraus man schließen kann, dass der Himmel in Düsselforf grad 89 Meter hoch ist – na ja, eben ein Dorfhimmel. Und für wen ist die Hütte? Für die Masters of the Universe, Superberater und Superanwälte, die die Welt so am Laufen halten, das bei jeder Drehung was für sie abfällt.

Aber wer ahnt schon, was das für erbärmliche Menschlein sind, zitternd in einer Welt voller selbst gemachter Kälte. Die brauchen man ein warmes Nest ganz nah am Himmel: 26 Grad soll die Temperatur im Möchte-Gern-Hochhaus sein, nur die sogenannten Mackies sind heldenhaft und begnügen sich mit 24 Grad! Und da läuft garantiert keiner nackt oder mit kurzen Ärmeln rum, ohne ein geknotetes Halsbändchen kriegt man da sicher keinen Platz.

Für meinen Freund Herrn P gehört das aber nur zur Verkleidung. Schlangen sind das, ruft er mir zu, die unangekündigte achte Plage, alles verschlingend, aber nicht lebensfähig in jeder Wirklichkeit, die sie nicht steuern können. Wechselwarme halt, die frieren und platzen würden, kämen sie der kalten Erde nahe – und erst beweglich sind bei 26 Grad – oder, wie die besonders bissigen, bei 24 Grad.

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